Letztes Update: 17. October 2017

Ottweiler Gitarren- und Mandolinenseminar

Wie bereits seit vielen Jahren war es auch diesen Sommer wieder so weit. Das Ottweiler Gitarren- und Mandolinenseminar, in dem Teilnehmer aus Venezuela, Japan und Deutschland die Möglichkeit hatten miteinander zu musizieren, begann. Viele von uns kannten sich bereits aus vergangenen Kursen, jedoch lernte man auch neue internationale Musiker kennen.

Die Lehrgangsleitung übernahm wie üblich Stefan Jenzer (Gitarre, HFM Saar). Weiterhin gehörten zum Dozententeam Johannes Tappert (Gitarre, Berufsfachschule f. Musik, Bad Königshofen), Steffen Trekel (Mandoline, Konservatorium Hamburg), Juan-Carlos Munoz (Mandoline, HFM Saar) sowie Prof. Jörg Nonnweiler (Dirigat/ Musiktheorie, HFM Saar).

Wir hatten einen abwechslungsreichen Tagesablauf. Der Tag begann mit Mandolinentechnik bei Juan-Carlos Munoz oder Gitarrentechnik bei Johannes Tappert. Danach ging jeder seinem individuellen Plan an Einzelunterricht und Kammermusik nach. Musikalisches Material hierfür lieferte unter anderem die Notenausstellung des Musikverlages Trekel. Weiterhin gab es die Möglichkeit Musiktheorie/ Gehörbildung zu belegen und Prof. Jörg Nonnweiler bot uns hier 3 unterschiedliche Gruppen an: A, B und „F“ (für ganz „Ferrückte“). Der Unterricht war wie immer äußerst amüsant und man lernte viel dazu. Auch beim Dirigatsunterricht wurde zwischen A, B und C unterschieden und das Angebot wurde zahlreich angenommen, sodass am Ende der Woche viele müde Gesichter eine Theorie- sowie eine Dirigatsprüfung ablegen konnten. Nachmittags gab es ein geduldiges Orchester aus allen Kursteilnehmern, die viel Verständnis aufbrachten für die Dirigatskanidaten, welche sich vor dem Orchester ausprobierten und so ihre ersten wertvollen und praktischen Erfahrungen vor einem Orchester sammeln konnten. Am Abend fand die Probe des Lehrgangsorchesters unter der Leitung von Johannes Tappert statt. Besonders intensiv wurde eine polyphone Galliard von John Dowland einstudiert, die zwar von hohem Schwierigkeitsgrad war, uns aber besonders bei schnellem Tempo große Freude bereitete. Über das Orchesterspiel hinaus bekamen wir von Johannes Tappert (mit Carolin ☺, Tobi und Tim als Versuchskaninchen) eine Einführung in ergonomische Gitarrenhaltung sowie eine professionelle Anleitung zum Stimmen von Instrumenten nach Gehör (Unser Fazit: Man kann eigentlich nie eine Gitarre richtig stimmen :D). Bei den allabendlichen Vorspielen hatte jeder die Möglichkeit das Erarbeitete vorzutragen ganz egal ob Solo oder mit der Kammermusikgruppe. Anschließend wurde der Tag gemütlich im Bistro mit einem Feierabendbierchen abgerundet. Hier kam auch der kulturelle Austausch nicht zu kurz. Nicht selten musizierten, tanzten und feierten wir gemeinsam mit unseren venezolanischen und japanischen Freunden bis spät in die Nacht hinein. Sogar unser Dozent Steffen Trekel versuchte sich an einem Abend mit venezolanischen Rhythmen auf der Mandoline und hat sich dabei super bewährt (auch wenn er sich dem Spruch: „Hey, I’m German!“ zu rechtfertigen versuchte). Am Ende konnte er jedoch nichtmehr mit dem venezolanischen Quadro-Spieler mithalten. So bleiben viele Erinnerungen unvergesslich und im Laufe der Woche wurden die Nächte immer länger und die Tage immer kürzer. Außerdem trugen der traditionelle Grillabend und das anschließende gemeinsame Sitzen am Lagerfeuer zu einem besonderen Flair bei, so dass auch der einsetzende Regen unserer Stimmung nicht trüben konnte. Ein weiteres außergewöhnliches Ereignis war eine SR-Reporterin, die uns am ersten Tag besuchte und Interviewaufnahmen von Kursteilnehmern sammelte. Am nächsten Abend fand ein Live-Interview in Saarbrücken mit dem „blauen Trio des BZVS“ ☺ statt, in dessen Verlauf die zusammengeschnittenen Aufnahmen ausgestrahlt wurden.

So verging der Kurs wieder einmal schneller als es allen lieb war. Nach einer tollen Woche rundete ein abwechslungsreiches Abschlusskonzert, in dem sowohl venezolanische, japanische als auch europäische Musik präsentiert wurde, den Lehrgang ab. Hier gab es auch nicht nur klassische Zupfmusik zu hören, sondern auch Stücke aus dem Bereich der Popmusik. Außerdem durften Etienne und Andreas ihre Prüfungsstücke dem Publikum präsentieren. Uns allen fiel der Abschied nach solch einer super Woche schwer und wir freuen uns auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr!

Gianna De Fazio & Pierre Hubertus

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Landesorchester