Letztes Update: 17. October 2017

im Jahr 2014

Bewegende Uraufführung auf dem Halberg
Musicaldarsteller der Blindenschule Lebach berühren die Herzen des Publikums
»Hau-ruck, ruck-zuck komm` pack mit an» lauten die ersten Worte des musikalischen Auftaktes, die wohl auch das Motto des gesamten Musicalprojektes beschreiben. Schon der erste Blick auf die Bühne, die im wahrsten Sinne des Wortes sagenhafte Kulisse, die sichtbar hochmotivierten Schüler und die nicht minder gespannte Band The Soulfamily, lässt erahnen, wie viele Leute hier mit angepackt haben. All` diese Leute sind nun bereit. Bereit für den ganz großen Moment: die Uraufführung ihres eigens für sie komponierten Musicals.



Prominente Ehrengäste wie Intendant und Hausherr Professor Thomas Kleist und Schirmherr Andreas Storm, Minister für Soziales, würdigen die Veranstaltung über ihre Anwesenheit hinaus, mit äußerst herzlichen Grußworten. Als das Licht ausgeht und nur noch das Herzstück der Bühne beleuchtet ist, spürt man deutlich die Spannung der überwiegend jugendlichen Besucher im gut gefüllten Großen Sendesaal des Saarländischen Rundfunks.

Und los geht´s: Mit viel Schwung stellt der gesangsstarke Erzähler Marcel Bickelmann die Familie Braille vor, deren Familienmitglieder daraufhin auch selbst solistisch zu Wort kommen. In der Sattlerwerkstatt herrscht reges Treiben. Als der kleine Louis dort alleine zurück bleibt, kommt es zum Unfall. Schauspielerisch überzeugend und gesanglich hervorragend glänzt Hauptdarstellerin Miriam Rothhaar über alle Szenen hinweg. Auch die liebevolle Mutter, gespielt von Sofia Wittenstein und der umsorgende Vater, interpretiert von Frederik Lempke, geben vor allem im szenischen Spiel ein wunderbar harmonisches Team ab. Für einen absoluten Höhepunkt der Stimmung im Saal sorgen Rapper Marco Paul, Hairiz Hamza und Jens Feyand. Ihre authentischen Grooves, verstärkt durch den engagierten Einsatz des Chores, gehen auf das begeisterte Publikum über und werden mit tosendem Beifall belohnt. Nur wenige Minuten später werden die Zuschauer aufs Neue gepackt. Der sehnsuchtsvoll dargebotene »Traum vom Lesen« rührt das überwältigte Publikum zu Tränen.

Die nächste Überraschung lässt nicht lange auf sich warten. Während einem rockigen Band-Intermezzo, bei dem auch die Komponisten Carina Peitz und Matthias Nikola mitwirken, wird die aufwendig installierte Drehbühne von Kulissenbauer Johannes Becker gewendet. Die Protagonisten finden sich in einem Klassenzimmer des Pariser Blindeninstitutes wieder. Als der überaus strenge Lehrer M. Bernard, ausdrucksstark dargeboten von Dirk Mathies, das Klassenzimmer verlässt, geraten die Schüler wie im wahren Leben außer Rand und Band. Anstatt weiterhin Besen anzufertigen, kommt es zu einer spektakulären Besenperformance à la »Stomp«.

Der Vortrag des ehemaligen Soldaten M. Barbier, gespielt von Katrin Webel, verhindert das Donnerwetter. Barbier entwickelte eine Schrift, um militärische Nachrichten auch nachts im Dunkeln lesen zu können. Tastbar, aber zu kompliziert, lautet Louis Resümee.
Zurück in der Sattlerwerkstatt kommt es zur Lösung: »Nur Punkte. Ganz einfach sechs Punkte, angeordnet wie auf einem Würfel. Es sind sie: die SECHS RICHTIGEN!« Zur gleichnamigen abschließenden Erfolgs-Hymne stimmen alle mit ein. Dieser gute Laune Hit, bei dem neben dem exzellenten Chor erneut auch die überragenden Gesangssolisten brillieren, bringt den Saal noch ein letztes Mal zum Kochen.

Minister Storm ergreift ein weiteres Mal das Mikrofon, um dem phänomenalen Applaus und der lautstarken Forderung nach einer Zugabe, direkt an das Musicalteam gewandt, Ausdruck zu verleihen; verbunden mit der seinerseits formulierten Idee, dieses außergewöhnliche und in jeder Hinsicht gelungene Musicalprojekt deutschlandweit auf die Bühne zu bringen. Nun ist es an dem Musicalteam, insbesondere der Autorin und Projektleiterin Isabell Himbert, überwältigt zu sein: vom anhaltenden Schlussapplaus und derart positiven Rückmeldungen. Die anerkennenden Worte und Beifallsrufe werden mit einer abschließenden Zugabe belohnt.

Eine hoch erfolgreiche Uraufführung, die große Lust auf Fortsetzung macht. Diese lässt nicht lange auf sich warten: Am 24. Juli, 10:00 Uhr und 16:00 Uhr in der Stadthalle Lebach unter der Schirmherrschaft des Lebacher Bürgermeisters Klauspeter Brill.

Saarland meets USA – Begegnung verschiedener Musikkulturen
Am 25. Mai 2014 um 17.00 Uhr eröffnete das Saarländische Zupforchester (SZO), ein Landesorchester des Bundes für Zupf- und Volksmusik Saar e. V. (BZVS), mit Unterstützung der Europäischen Akademie Otzenhausen und der Stiftung europäische Kultur und Bildung den Reigen der Konzerte in seinem 60. Jubiläumsjahr in der Akademie. Es präsentierte in einem vielseitigen Programm gemeinsam mit dem befreundeten New American Mandolin Ensemble unter Mark Davis ein Konzert mit neuen Werken, erstmals auch in unterschiedlichen Besetzungen.

Das SZO zählt zu den führenden deutschen Orchestern seiner Art. Es genießt für sein ambitioniertes künstlerisches Wirken – auch als Kulturbotschafter des Saarlandes – hohes Ansehen und kann auf eine kontinuierliche Konzerttätigkeit, zahlreiche Tonträger und Rundfunkaufnahmen, regelmäßige Mitwirkung an europäischen Musikfestivals und internationale Konzertreisen (u. a. Japan, USA, Italien, Spanien und Frankreich) zurückblicken. Zum Jubiläumskonzert im Oktober erscheint die aktuelle CD „Facetten“. Die etwa 40 Spieler – darunter ein erfreulich hoher Anteil jugendlicher Musiker – stehen seit 1988 unter der Leitung des Konzertgitarristen und Komponisten Reiner Stutz.

Das New American Mandolin Ensemble (NAME) ist eine Vereinigung virtuoser Künstler, die sich der Aufführung originaler Kompositionen für Zupfmusik verschrieben haben. So spielt NAME sowohl Werke bekannter Komponisten, will aber auch zeitgenössische Zupfmusik aus den Vereinigten Staaten bekannt machen. Alle Ensemblemitglieder sind professionelle Musiker. Mark Davis, der Leiter von NAME, studierte unter anderem bei dem weltbekannten Gitarristen Siegfried Behrend, der auch lange Jahre Leiter des SZO war und dieses Orchester maßgeblich geprägt hat.
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Landesorchester