Letztes Update: 09. October 2019

Ottweiler Gitarren- und Mandolinenseminar

Int. Ottweiler Gitarren- und Mandolinenseminar vom 26.7.-1.8.2019 Motiviert durch meine erstmalige Teilnahme am BZVS - Methodiklehrgang Ende Juli und mit viel „Lust auf noch mehr Musik“ mit anderen Schwerpunkten entschloss ich mich ganz kurzfristig zur Teilnahme am Internationalen Ottweiler Gitarren- und Mandolinenseminar. Mich erwartete ein von Thomas Kronenberger gut organisierter Lehrgang unter der künstlerischen Leitung von Prof. Stefan Jenzer. Im Freitagnachmittag fanden sich insgesamt 37 Teilnehmer und Dozenten aus verschiedenen Bundesländern, der Schweiz, Italien und aus Japan zum gemeinsamen Lernen und Musizieren in der Landesakademie für musisch-kulturelle Bildung in Ottweiler ein. Neben der Mischung verschiedener Kulturen trug vor allem auch die breite Altersstruktur der Teilnehmenden von 14 bis 70 Jahren dazu bei, dass über die sechs Lehrgangstage eine sehr gute und fröhliche Stimmung herrschte. Es wurden verschiedene Module über den Tag angeboten, die man je nach Wunsch belegen konnte und bei einer Maximalbelegung dazu führten, dass der Tag –von den Mahlzeiten und einer Mittagspause abgesehen- bis zu 12 Stunden mit Musik im Theoretischen und Praktischen ausgefüllt werden konnte. Die Küche und ihre Mitarbeiterinnen und die gesamte überaus freundliche Belegschaft des Hauses gewährleisteten, dass die Gäste auch in Hinblick auf das leibliche Wohl und die Unterbringung bestens versorgt waren. 

Der Tag startete nach dem Frühstück mit dem jeweiligen Ensemblespiel für Gitarre bzw. Mandoline/Mandola. Das Gitarrenensemble stand unter der Leitung von Stefan Schmidt, während der italienische Mandolinist Carlo Aonzo mit den Mandolinen/Mandolen verschiedene Werke einstudierte. Bis zum Mittag hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit, Kurse in Musiktheorie/Gehörbildung in zwei verschiedenen Schwierigkeitsstufen zu belegen, die zum Ende des Lehrgangs mit einer kleinen Prüfung abgeschlossen wurden. Leiter dieser Kurse war der Hochschuldozent Prof. Jörg Nonnweiler der Hochschule für Musik Saar, der ebenfalls auch zwei Kurse Direktionsunterricht anbot. Der Einsteigerkurs wurde vor allem von den jungen Musikern gut besucht, und man konnte sich erstmalig mit Schlagtechnik und Probenpraxis vor den Kursteilnehmern und später auch vor dem Gesamtorchester ausprobieren. Sechs Teilnehmende legten am Ende der Woche erfolgreich ihre Dirigentenprüfung A des BZVS ab. Die im Dirigieren bereits Fortgeschrittenen erarbeiteten über die Woche mit dem Probenorchester bereits größere und umfangreichere Werke für Zupforchester, von denen eines im Abschlusskonzert unter der Leitung von Christine Eckstein-Puhl zur Aufführung kam. Über den Tag verteilt gab es die Möglichkeit zum individuell abgestimmten Einzelunterricht auf dem eigenen Instrument bei den Dozenten Prof. Stefan Jenzer und Stefan Schmidt (Gitarre), sowie Steffen Trekel und Carlo Aonzo (Mandoline/Mandola). Ebenfalls bildeten sich verschiedene kammermusikalische Ensembles in verschiedenen Besetzungen, die unter Anleitung der genannten Dozenten und der japanischen Mandolinistin Ayako Kojima ihre Stücke einstudieren konnten. Angeboten wurde auch ein Schnupperkurs für Ukulele bei Anna Recktenwald, der von einigen jungen Musikern begeistert besucht wurde und im Abschlusskonzert in einer choreografierten Zugabe seinen Höhepunkt fand. 

Nach dem Abendessen gab es die Möglichkeit, die Ergebnisse der über den Tag erarbeiteten Stücke den Teilnehmenden solistisch oder im Ensemble zu präsentieren, bevor die meisten Musiker im Großen Zupforchester unter der Leitung von Steffen Trekel noch einmal hoch konzentriert in 90 Minuten an der Einstudierung der Ballett-Suite von Caroso, dem Werk Yume des Japanischen Gitarristen Katsumi Nagaoka und der Suite Campesina von Sébastien Paci arbeiteten. Darüber hinaus wurden an manchen Abenden interessante Vorträge angeboten: Stefan Schmidt referierte  anschaulich anhand von Videoaufnahmen einiger seiner Schüler über seine überaus erfolgreiche Methode im Unterrichten junger Gitarristen, während Carlo Aonzo einen ansprechenden Vortrag vorbereitet hatte, der die lange Bedeutung der Mandoline und der Laute in Gemälden aus verschiedensten Zeitaltern malerisch hervorhob. Thomas Kronenberger erläuterte Interessierten die Möglichkeit der Finanzierung musikalischer Projekte durch Fördermittel des Bundes „Kultur macht Stark – Musik für Alle“. 

Die somit mehr als ausgefüllten und langen Wochentage klangen abends in harmonischer und geselliger Runde mit interessanten Gesprächen aus. Die Woche verging wie im Fluge und mündete am frühen Donnerstagnachmittag in einem abwechslungsreichen Abschlusskonzert, das die Ergebnisse der über eine knappe Woche erarbeiteten Werke einem wenn auch nur kleinen Publikum in verschiedensten solistischen und kammermusikalischen Zusammensetzungen eindrucksvoll präsentierte. Jeder einzelne Teilnehmende hatte seinen Anteil am guten Gelingen des Konzertes!

Abschließend kann ich sagen, dass -neben der sehr guten Vermittlung musiktheoretischer Inhalte und der Weiterbildung am eigenen Instrument durch qualifizierte Dozenten- mir dieser Lehrgang aufgezeigt hat, was auch im musikalischen Vereinsleben ganz deutlich zum Ausdruck kommt und unbedingt weitergelebt und gefördert werden sollte: Das gemeinsame Musizieren verbindet Kulturen und Generationen auf ganz wunderbare Weise. Unabhängig von einer gemeinsamen Sprache kommt es zu neuen zwischenmenschlichen Begegnungen, und die gemeinsame Liebe zur Musik legt oft den Grundstein für den Beginn neuer Freundschaften. So ist es wohl auch zu erklären, dass sich manche Teilnehmer schon über Jahrzehnte hier regelmäßig einfinden. Es war eine bereichernde Woche und ich freue mich schon auf ein Wiedersehen bei einem der nächsten Lehrgänge! Vielen Dank an alle Dozenten und Teilnehmer! 

Eva Soja (Mitglied des Grenzland-Zupforchesters Aachen)

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