Letztes Update: 09. October 2019

Grundlehrgang I & Methodikkurs

Als ich zum ersten Mal vom Methodikkurs gehört habe, dachte ich, es sei eine gute Idee sich einige Grundlagen zu verschaffen, um Anfängern guten Gitarrenunterricht geben zu können. Konkrete Vorstellungen, wie dieser Kurs verlaufen würde, hatte ich nicht. Schon nach der ersten Stunde wusste ich allerdings, dass ich in diesem Kurs mehr lernen würde, als ich erwartet hätte. Der Kurs besteht grundlegend aus drei Teilen: Musiktheorie, Methodiktheorie und Praxis. Mit Unterricht, den man von der Schule her kennt, hatten diese drei Felder überhaupt nichts zu tun. Aufgrund der kleinen Teilnehmergruppe (in unserem Fall waren es drei, die maximale Teilnehmerzahl beträgt zehn), war der Unterricht individuell, praxisorientiert, humorvoll und bei alledem unglaublich interessant und lehrreich. Sowohl der Musiktheorieunterricht, der uns zeigte, dass das Malen von Notenschlüsseln gar nicht mal so einfach ist, als auch die Methodiktheorieeinheiten, vergingen für mich wie im Fluge und ich kann ehrlich sagen, dass ich gerne noch die ein oder andere Zusatzstunde gehabt hätte.

So war der Morgen gut mit Wissen gefüllt und am Nachtmittag stand dann der mehr oder weniger „angsteinflößende Teil“ an: Die Praxis und damit das eigene Unterrichten. Vom parallel laufenden Grundlehrgang 1 meldeten sich Freiwillige, die sich gerne von den frischgebackenen Musik- und Instrumentallehrern unterrichten lassen wollten. In 20-minütigen Unterrichtseinheiten konnten wir nun unser gelerntes Wissen anwenden und wurden dabei von unseren Dozenten Ivette Kiefer und Thomas Kronenberger beobachtet, um später ein ausführliches Feedback (natürlich entsprechend der Feedbackregeln) zu erhalten. Daher ist es nicht verwunderlich, dass in diesem Szenario die Lehrer um einiges nervöser waren, als die Schüler. Auch hier hat sich bewährt, probieren geht über studieren, da zumindest mir, einige meiner Fehler im Unterricht ohne das fachkundige Feedback nicht aufgefallen wären.

Am Ende des Kurses hatte ich daher nicht nur ein umfassenderes Wissen bezüglich Musik- und Methodiktheorie, sondern darüber hinaus noch viele hilfreiche Ratschläge erhalten, die ich sowohl in meinem Unterricht, als auch in anderen Lebensbereichen anwenden kann (hierbei ist vor allem ein Trainingsplan für den Schweinehund „Günter“ zu erwähnen).

Der Methodikkurs hat mir viel Wissen vermittelt, ebenso wie das Gefühl, die Fähigkeit zu besitzen ein guter Lehrer zu sein und die Motivation und die Freude daran, das weiterzugeben, was ich über alles liebe: Die Musik. Von daher empfehe ich diesen Kurs jedem, der bereits mit dem Gedanken gespielt hat, anderen Instrumentalunterricht zu geben und eine Leidenschaft für Musik hat. An dieser Stelle bedanke ich mich nochmals bei den Dozenten, die diese Erfahrungen möglich gemacht haben: Danke für diese tolle Zeit und alles, was sie uns in Zukunft ermöglichen wird! 

Marie Massury

Ottweiler Musikcamp für BLIND AUDITION 

Die Koffer sind gepackt, die Aufregung steigt. Seit Wochen das brisanteste Thema in den Familien von Sophia, Marc und Frederik, das Musikcamp in Ottweiler: Musik rund um die Uhr mit motivierten Gleichgesinnten - das Paradies für die drei Ausnahmetalente der Band BLIND AUDITION.

Und endlich ist es soweit. Am Samstagmorgen, den 29. Juni 2019 lädt der Bund für Zupf- und Volksmusik Saar e. V. zu seinem alljährlichen Grundlehrgang 1 ein. Die Kursteilnehmer und ihre Eltern finden sich in der Ellipse, dem Konzertraum der schönen Landesakademie für musisch-kulturelle Bildung in Ottweiler ein. Dort werden sie von Lehrgangsleiter Thomas Kronenberger begrüßt, der das Dozententeam vorstellt und Infos zu den täglichen Abläufen gibt. Bei der Einhaltung eben dieser Abläufe, vor allem der dicht aufeinander folgenden Unterrichtszeiten, werden die Band Mitglieder von zwei Betreuerinnen, die sie wie die Dozentin Isabell Spindler, die zugleich ihre Musiklehrerin sowie Leiterin der Band ist, aus dem Schulkontext kennen. Und noch mehr bekannte Stimmen gibt es an diesem Tag zu entdecken. Drei weitere Schüler der Louis-Braille Blindenschule Lebach besuchen ebenfalls den Lehrgang. Also beinah ein Heimspiel. So fällt es auch nicht schwer - zumindest den Kindern und Jugendlichen - ihre Eltern zu verabschieden und die Woche voller Musik ihren Lauf nehmen zu lassen.

Jeder Tag dort beginnt mit einem stärkenden Frühstück und den morgendlichen spielerischen Warm-ups beim „Aufwachen“. Musiktheorie in Blindenschrift, Einzelunterricht für Gesang und am Instrument, Band- und Orchesterprobe wechseln sich mit ebenso köstlichen wie geselligen Mahlzeiten ab. Für BLIND AUDITION wurde das Lehrgangsangebot in diesem Jahr erweitert: Bandschlagzeuger Marc wird im Rahmen des Kurses vom renommierten Drummer und Band-Leader Elmar Federkeil unterrichtet, der Gesangsunterricht für Frederik und Sophia erfolgt durch die Sängerin und Musikpädagogin Mirijam Franke, der Klavierunterricht für Sophia durch Pianistin Ivette Kiefer (HfM Saar). 

Natürlich kommt auch die Freizeit nicht zu kurz, auch wenn es dem ein oder anderen lieber wäre, pausenlos zu musizieren. Aber so eine Verschnaufpause zum Füßehochlegen oder ein nettes Pläuschchen auf der Terrasse verleihen Kraft und Muse. Schon nach den ersten Tagen bewegen sich auch die blinden Kursteilnehmer selbstständig im Haus. Und weiß man mal nicht weiter, zeigen sich nicht nur die Betreuer und Dozenten, sondern auch alle Nachwuchsmusiker ausgesprochen hilfsbereit. Es herrscht ein angenehm offenes Klima, das sich auf interessante Art und Weise entwickelt hat. Der anfänglichen Neugier folgte ein großes Erstaunen beim ersten Vorspiel von BLIND AUDITION. Gerührtsein und Überwältigung waren die Resultate. Zur Bewunderung kam spätestens ab Mitte der Woche absolute Selbstverständlichkeit hinzu. Es war nun normal, dass Kinder und Jugendliche mit Behinderung mit dazu gehören. Gelebte Inklusion! Kursteilnehmer, deren Eltern, Dozenten und Betreuer äußerten sich in gleicher Weise positiv, wie wertvoll diese Woche für sie gewesen ist, weil sie diese inklusive Entwicklung miterlebt haben. Der Wert für Sophia, Marc und Frederik ist unermesslich. Überglücklich und mit neuen Fertigkeiten, nicht nur im Bereich der Musik, sondern auch Selbstständigkeit, Selbstvertrauen etc. geht diese wundervolle Woche zu Ende.  

BLIND AUDITION sagt DANKE: 

 

 

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