Letztes Update: 17. October 2017

OGMS

Internationales Ottweiler Gitarren- und Mandolinenseminar vom 5. – 11. August 2017

Nachdem ich die Begrüssung und erste Technik-Lektion verpasst hatte, kam ich nach einem ganztägigen Probe Tag mit dem Saarländischen Senioren Zupforchester kurz SSZO genannt, um 18.00 Uhr in der Akademie an. Schnell halfen mir diverse Hände das Gepäck und Instrumente auf mein Zimmer zu tragen. Die Begrüssung von vielen bekannten Gesichtern war sehr herzlich, und schon war es Zeit für das Nachtessen. Nach dem Essen fand die erste Orchesterprobe statt. Danach hiess es für mich noch Koffer auspacken, die Bettwäsche anziehen und einen Schlummertrunk, dann sank ich total geschafft nach einem 22 Stunden Tag ins Bett.

Die nächsten Tage starteten wir am Morgen mit der Technik Lektion, für die Mandolinisten mit Annika Hinsche und die Gitarristen mit Prof. Stefan Hackl. Weiter ging es mit dem Einzelunterricht bei den gewünschten Dozenten. Gleichzeitig fanden die Theorie- und Dirigat-Lektionen der A-Gruppe mit dem Stück «für Wolfgang» von Leopold Mozart und die B-Gruppe, nein dieses Jahr nicht mit Kuwahara’s «Song of Japanese Autumn», sondern dem «Orchesterquartett C-Dur»,      1. Satz Allegro assai von Carl Stamitz statt, die unter der bewährten Leitung von Prof. Jörg Nonnweiler standen. Ausserdem bildeten sich bereits am ersten Tag die ersten Kammermusikgruppen. Geleitet wurden diese von der Japanerin Ayako Kojima. Am späteren Nachmittag hatten die angehenden Dirigenten und Dirigentinnen die Möglichkeit unter der Anleitung von Prof. Nonnweiler mit dem Kursorchester, ihre erlernten Fähigkeiten auszuprobieren. Nach dem Nachtessen fand jeden Abend vor der Probe mit dem Seminarorchester, das freiwillige Vorspiel statt, dass vor allem am Mittwoch und Donnerstagabend jeweils sehr lange dauerte. Trotz langem Vorspiel am Donnerstag, lauschten alle gespannt dem Kurzvortrag von Prof. Hackl und danach fand noch eine verkürzte Orchesterprobe statt.

Im Orchester wurden unter der Leitung des diesjährigen Dirigenten Sebastian de Grebber folgende Stücke erarbeitet: das gefühlvolle Tremolo Stück «La vita e Bella» von Nicola Piovani (1946) arr. Lospalutti, für mich zu Beginn dem Gewöhnungs-bedürftigen «Dreamtime» von Annette Kruisbrink (1958), das mir dann schliesslich sehr Spass machte und dem fetzigen «Song oft the spirit» von Karl Jenkins (1944) arr. Pacchin (Mauro Pacchin (1942) war seit der Gründung im Jahr 1990 bis 2016 Dirigent des Schweizer Mandolinenorchesters Lugano. Er hat sehr viele Stück geschrieben aber auch Arrangiert). Den Abend liessen wir gemütlich im Bistro ausklingen.

Vom 6. – 8. August war der Musikverlag Trekel aus Hamburg, mit einer Noten- und Zubehör-Ausstellung vor Ort. In der Ausstellung konnte man nach Herzenslust stöbern und sich natürlich auch mit Noten und Zubehör eindecken. Waren die gewünschten Sachen nicht dabei, wurden diese sofort in Hamburg bestellt, und wurden den Kursteilnehmern nach Hause geschickt. Ich fand es toll, dass Maren Trekel persönlich anwesend war und man bei ihr Rat einholen konnte. Vor allem schätzte ich es, mit ihr einen Kaffee zu trinken und Zeit haben, über Gott und die Welt zu plaudern. Am Dienstag war auch der sympathische Gitarrenbauer Tino Battiston anwesend. Wer Lust und Zeit hatte konnte das mitgebrachte Instrument nach Herzenslust ausprobieren. Auch Tino stand allen Teilnehmenden für Fragen und Ratschläge zur Verfügung. Dieses Jahr war leider kein Mandolinenbauer vor Ort, vielleicht klappt es ja im nächsten Jahr.

Am Dienstag war trotz schlechtem Wetterbericht der traditionelle Schwenkabend angesagt (für alle nicht Saarländer Grillabend) – und wir hatten Glück! Wir konnten im Freien unser Essen geniessen, bevor es dann eine Stunde später wieder zu regnen begann. An dieser Stelle bedanke ich mich ganz herzlich beim Schwenkmeister und dem Küchenpersonal für die riesige Arbeit an diesem Abend. Dank gebührt auch allen anderen Angestellten des Hauses, die sich für einen reibungslosen Ablauf bei den Mahlzeiten sorgen, sich um eine schöne und gepflegte Umgebung des Hauses bemühen, sich um Reparaturen jeglicher Art kümmern, dem Reinigungspersonal usw.

Die Dozenten hatten sich grosse Mühe gemacht, den Stundenplan der Teilnehmenden so zu gestalten, dass es keine Zeitlichen Kollisionen gab. Daher hatte ich dieses Jahr mehr Zeit auf dem Zimmer zu üben, die Ratschläge und Korrekturen der Dozenten möglichst sofort umzusetzen. Der Stundenplan war gut gefüllt und trotzdem hatte man immer wieder die Gelegenheit mit Kursteilnehmern Gespräche zu führen. Die Dozenten hatten kaum Freizeit, unterstützten sie doch Ayako mit zusätzlichen Wünschen bei den Kammermusik Gruppen.

Dann war auch schon der letzte Tag des Seminars angebrochen. Nach einer letzten verkürzten Techniklektion, den Prüfungen der A-Dirigenten, einem letzten Durchlauf im Orchester, fand um 14.30 Uhr das Abschlusskonzert des Seminars statt. Das zusammengestellte Programm war vielseitig und wurde von zehn Teilnehmern mit «Disco Moscow» von Goshi Yoshida eröffnet und endete mit dem Vortrag des Lehrgangorchesters.  

Allen Dozenten ein herzliches Dankeschön für die geleistete Arbeit: Prof. Stefan Jenzer (Lehrgangsleitung, Gitarre), Prof. Stefan Hackl (Gitarre, Vortrag), Annika Hinsche (Mandoline), Sebastian de Grebber (Mandoline, Leitung Lehrgangs-orchester), Prof. Jörg Nonnweiler (Musiktheorie, Dirigieren), Ayako Kojima (Kammermusik) und dem Projektleiter Thomas Kronenberger (Bassgitarre).

Nach einem Kaffee im Bistro hiess es Abschied nehmen. Mit vielen Eindrücken und guten Tipps, machte ich mich nun auf die fünfstündige Heimreise. Nächstes Jahr findet das Seminar vom 20. bis 26. Juli 2018 statt, also Datum reservieren.

von Edith Fügli, Zürich

 

 

 

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