Letztes Update: 11. December 2017

Grundlehrgang I und Methodikkurs für Gitarren- und Mandolinenlehrer

Bericht
Musikcamp in der Landesakademie Oder: „Feengleiche Klänge, von Gottes Hand geschaffen“

Am Sonntag den 12.07.09 war es wieder soweit. Der erste Sommerkurs des BZVS begann pünktlich um 9.30h in Ottweiler. Hierfür waren 30 Teilnehmer und Dozenten angereist, um eine Woche zusammen zu üben und Spaß zu haben. Parallel zum Grundlehrgang I lief der Methodikkurs für Gitarren- und Mandolinenlehrer im Verein. Die Dozenten im Grundlehrgang waren:
Birgit Bernardi, Gitarre
Isabell Himbert, Musiktheorie und Mandoline
Martina Hümbert, Mandoline
Frank Brückner, Gitarre
Thomas Kronenberger, Kursleitung und Orchester

Für den Methodikkurs:
Ivette Kiefer, Methodik und Didaktik
Thomas Kronenberger, Unterrichtspraxis und Psychologie

Eine überschaubare Teilnehmerzahl, die sich die Woche über engagiert ins Zeug legte. Gleich Sonntagabend stand die Livesendung auf SR 3 an. Hier durften Petra Bittner (Teilnehmerin, Gitarrenchor Wiebelskirchen) und Ivette Kiefer (Dozentin) des Methodikkurses zusammen mit Thomas als Interviewpartner der Moderatorin Riccarda Wackers Rede und Antwort stehen. Die Methodikschüler fingen sonntags mit dem Unterricht an, das volle Programm, während die Grundlehrgangsteilnehmer erst mal gemütlich auspackten und ihre Dozenten im Einzelunterricht kennen lernten. Viele der Teilnehmer sind ja Wiederholungstäter und kennen die Leute und das Haus bestens. Und die „Neuen“ wurde angetestet, was sie so drauf hatten. Nach einem Tag war klar: Super Truppe, klasse Typen und liebe Mädels (Naja, fast immer).
Morgens trafen sich alle nach dem Frühstück zum „Aufwachen“. Heißt: sind alle körperlich und geistig anwesend? Und es gab die berüchtigten Regieanweisungen für den Tag. Danach begannen die Musiktheoriekurse bei Isabell und die Einzelunterrichte in den entsprechenden Räumen. Nachmittags durften die Methodikleute ran und in der Praxis zeigen, was sie morgens in der Methodik-Theorie gehört hatten. Und im Grundlehrgang gab es die Ensemblestunden, in denen Duos, Trios oder Quartette gebildet wurden. Der Nachmittag endete dann mit der gemeinsamen Orchesterprobe, die sich bis zum Abendessen hinzog. Manches mal kürzer, wenn alle konzentriert bei der Sache waren und ihren Part ein geübt hatten, manches Mal wurde es schon knapp, das Abendessen pünktlich zu beginnen. Aber so eine Orchesterprobe, so anstrengend sie ist, ist was Tolles. Mit anderen gemeinsam zu musizieren, ist einfach immer ein Erlebnis. Und es sollte sich schließlich beim Abschlusskonzert hören lassen können.
In der Methodik zeigte sich, wie schwierig es doch ist, sich gezielt und klar auszudrücken. Ivette präsentierte aus Ihrer beruflichen Erfahrung die pädagogischen Möglichkeiten, guten Unterricht zu vermitteln, und Thomas steuerte aus seiner beruflichen Tätigkeit die Beziehungsebene und psychologischen Modelle bei. So wurde das „Gleichgewicht der Spitzenleistung“ und die „SMARTen Ziele“ erarbeitet und immer wieder die Wortwahl korrigiert, damit sie positiv und wertschätzend für die Schüler war. Nachmittags zeigten die Methodikteilnehmer dann ihre praktischen Kenntnisse und unterrichteten freiwillige Grundlehrgangsteilnehmer. Von Tag zu Tag wurde der Unterricht besser und übereinstimmend wurde festgestellt: qualitativ guter Unterricht ist Arbeit, der mit einer gründlichen Vorbereitung auf die Unterrichtsstunde beginnt. Die direkten und unverblümten Feedbacks von Ivette und Thomas hatten es auch in sich. Auf den Punkt gebracht, trafen sie oft ins Ego und weckten die Sinne für ein gutes Miteinander und vor allem das Einsehen zur Nutzung einer klaren Spare gerade mit Kindern.
Während Birgit sich insbesondere den jüngeren Gitarristen widmete, übernahm Frank die älteren Schüler und arbeitete mit allen geduldig und ausdauernd an Haltung und Technik. Alle mitgebrachten und neu verteilten Stücke wurden daraufhin gründlich abgeklopft, als Anregung für das Üben zu Hause. Zwischendurch schrieb er mal schnell ein neues kleine, jazzige Etüde für den Kontrabass (und Percussion), die beim abendlichen Vorspiel für Fusswippen sorgte.
Um die musiktheoretischen Kenntnisse kümmerte sich Isabell sehr erfolgreich. Hier waren sich die Teilnehmer schnell einig: Guter Unterricht der nachhaltig wirken wird. Es kam sogar das Gerücht auf, dass Theorie Spaß macht!
Nicht so in Theorie III – diese Veranstaltung bei Ivette hat den Untertitel „Gehirnwäsche für Fortgeschrittene“; wer da nicht schwitzt, wird sofort mit schwierigeren Fragen bombardiert. Kleines Beispiel gefällig? Wie heißt die parallele Molltonart der Durtonart, deren enharmonische Verwechslung 7 Kreuze hat? Das ist nur für Ausgeschlafene … aber für den Schlaf ist man ja immer auch selbst verantwortlich :)
Nach dem Abendessen gab es ein Vorspiel der Teilnehmer, jeder „durfte“ mal sein Können präsentieren und im Anschluss war dann frei. Meist traf man sich im Bistro, auf der Terrasse und auf dem Rasen zum Spielen. Wobei das Chillen in den Zimmern mit bis zu 12 Personen die Lieblingsbeschäftigung darstellte. Hier entstanden die besten Kontakte, die ersten Flirtversuche, die meisten Bilder, und vor allem in der letzten Nacht, die meisten Verwarnungen. Das Zeitalter der Technik zeigte sich in einer neuen Dimension: Sobald alle in IHREN Zimmern waren, begann die Kommunikation erst so richtig. Da wurde gechattet, gespielt, SMS verschickt und sich gegenseitig angerufen. Und genau dies wurde dann auch einem „Pärchen“ zum Verhängnis. Schon doof, wenn das Tippen der SMS so laut vonstatten geht, dass Thomas (der alles mitbekommt und somit alles weiß!! ) dies beim nächtlichen Kontrollgang hörte, ins Zimmer ging, um das Handy zu beschlagnahmen und die „Auserwählte“ dann auch mal vom Handy des Teilnehmers aus anrief. Selbstverständlich nur, um sich davon zu überzeugen, dass sie längst süß und lieb schlief. Überraschung! Dem war nicht so. Voller Erwartung klang es lieblich „Hallo“ am anderen Ende und Thomas: „Hallo Schnucki, das ist dann wohl ne fette Verwarnung! Auflegen und Handy abgeben!“ So hatten auch die Dozenten ihren Spaß. Denn neben diesen sehr anstrengenden Nächten waren genug Spiele vorhanden die gerne genutzt wurden.
Mit dem Abschlusskonzert am Sonntag den 18.07.09 endete auch dieser Kurs. Traurig, dass man auseinander ging. Völlig fertig, da unendlich viel Schlaf fehlte. Froh darüber, dass man neue Freunde gefunden hatte und sich sicher war: Wir sind nächste Jahr wieder mit dabei.
Eine tolle erste Sommerferienwoche, echt „Hammer“ und jeder, der noch nicht hier war: „Worauf wartet ihr?“ Anmelden und mitkommen :) :) Die Bilder sprechen sicher dafür. Tschüß bis 2010.

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